Kindergottesdienst daheim - Der ungläubige Thomas

Draußen wird nach dem langen Winter alles grün. Schneeglöckchen und Krokusse sind schon verblüht. Die Osterglocken und die Tulpen strahlen um die Wette und einige Bäume tragen ebenfalls schon Blüten. Endlich können wir wieder hinausgehen und müssen uns nicht mehr so warm anziehen. Wir freuen uns über die  Vögel, die schon am frühen Morgen zwitschern und sehr geschäftig durch die Gärten fliegen, um die besten Nistkästen zu ergattern und den schönsten Platz für das Nest zu finden. Inzwischen ist es auch schon wieder deutlich spürbar länger hell.
Wir können uns leider immer noch nicht treffen, sind jedoch in Gedanken zusammen und freuen uns, dass Jesus mitten unter uns ist.

Auf dem Tisch haben wir eine Bibel, vielleicht einen Blumenstrauß und eine (Oster-)Kerze, die wir jetzt anzünden. Wir können auch ein Kreuz dazustellen, hier sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Das Kreuz könnt ihr aus Bauklötzen, oder Duplo-Steinen, oder auch Legos zusammenbauen.

Mama oder Papa: Wir beginnen unseren Gottesdienst:

Im Namen des Vaters, der uns erschaffen hat.
Im Namen des Sohnes Jesus Christus, der unser Bruder ist
und im Namen des Heiligen Geistes, der uns Kraft und Stärke gibt. Amen

Lied: Danke, für diesen guten Morgen

© Bild von Myriams-Fotos von Pixabay

Gesang: Maria Grimm Text und Melodie: Martin Gotthard Schneider (1961) 1963 Rechte: Gustav Bosse Verlag, Kassel

Gebet

Gebet: Warum bin ich so froh? Warum bin ich so? Warum?

Gott ist ja bei mir. Und ist immer hier!

Darum bin ich froh! Darum bin ich so! Darum!

Guter Gott, wir feiern heute den Gottesdienst in der Familie, denn leider können wir nicht mit den anderen Kindern zusammen sein. Nach dem Winter kommt wieder der Frühling und das Leben erwacht, die Blumen und Bäume fangen an zu blühen. Danke lieber Gott für die wunderschöne Welt. Amen.

Lesung: Geschichte vom Gänseblümchen

© nach Materialien von www.kinderkirche.de

© Pixabay

Ein kleines Gänseblümchen erwachte eines Tages aus seinem Winterschlaf und wollte nun ganz schnell die liebe Sonne begrüßen. Es strengte sich mächtig an und bald guckten seine zarten Blätter aus der Erde heraus. Doch nun erschrak es gewaltig. Es war eiskalt und weit und breit keine Sonne zu sehen.

Da fing das kleine Ding bitterlich zu weinen an. „Oh, ich habe mich geirrt, es ist noch mitten im Winter! Aber zurück kann ich auch nicht mehr.“

Ein kleines Mädchen kam angelaufen und entdeckte das Gänseblümchen. „Ach, du Armes, du musst ja hier draußen erfrieren“, sagte es. Dann grub es mit den Händen das arme Blümchen vorsichtig aus der Erde und stellte es zu Hause auf die warme Fensterbank.

Da war unser Gänseblümchen sehr glücklich und wollte dem Mädchen eine Freude bereiten. Es strengte sich ganz furchtbar an, um schnell zu wachsen. Vor lauter Anstrengung bekam es feine rote Streifen auf seinen Blütenblättern.

Als das Mädchen das sah, rief es glücklich: „Du bist ja tausendmal schöner als alle anderen Blumen!“ Und so erhielt das Gänseblümchen seinen Namen „Tausendschönchen“.

Und wenn ihr im Frühjahr aufmerksam über die Wiesen schaut, dann werdet ihr hin und wieder Gänseblümchen mit feinen roten Streifen sehen. Das sind alles Kinder von unserem fast erfrorenen Gänseblümchen.

Lied: Du hast und deine Welt geschenkt

© Bild von Arek Socha von Pixabay

© Gesang: Maria Grimm Text: Rolf Krenzer 1992 Melodie: Detlev Jöcker 1992 Rechte: Menschenkinder Verlag

Evangelium: Der ungläubige Thomas

© nach Materialien von www.derkindergottesdienst.de

Im Evangelium hören wir heute die Geschichte vom Jünger Thomas, der nicht glauben wollte, dass Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden war. In seiner Vorstellung konnte es nach dem Tod kein neues Leben geben:  

Nach einem Text aus „Kindergottesdienst .de“:

Langsam ging Thomas durch die Straßen. Sein Blick war zu Boden gerichtet und seine Gedanken kreisten immer wieder um die Ereignisse der letzten Tage. Thomas war traurig. Aber er war auch ängstlich und enttäuscht. So hatte er sich das alles nicht vorgestellt.

Alles hatte so toll angefangen. Sie hatten ihn gefunden, den Messias, Jesus, den Retter. Aber jetzt war er tot. Thomas war traurig. Er hatte daran geglaubt, dass Jesus der Retter war. Er hatte Jesus vertraut. Aber jetzt war er enttäuscht worden. Alles war vorbei. Thomas brauchte erst einmal etwas Ruhe. Deshalb war er auch nicht zu dem Treffen der anderen Jünger gegangen. Er wollte erst einmal allein sein. Es verstand ihn sowieso niemand.

Jesus hatte Thomas immer verstanden. Jesus hatte ihn gekannt und Thomas konnte Jesus alles sagen. Schließlich zog es Thomas doch zu seinen Freunden. Mit ihnen konnte er wenigstens über seine Zweifel reden. Sie würden ihn verstehen. Sie hatten ja genauso viel mit Jesus erlebt wie er. Deshalb ging er in das Haus, in dem sich die Jünger trafen. Aber als Thomas die anderen sah, erschrak er fast. Sie sahen so fröhlich, so begeistert aus. Trauerten sie denn gar nicht um Jesus?

„Thomas“, sprach ihn sofort einer der Jünger ganz aufgeregt an, „wo warst du denn? Du hättest hier sein müssen. Er war hier. Er lebt. Wir haben ihn gesehen.“ Thomas verstand nicht. „Wer war hier?“ „Jesus lebt!“ Jesus war hier? Das kann doch noch sein, Jesus ist tot. Als sich alle etwas beruhigt hatten, berichteten sie Thomas in Ruhe, was geschehen war: „Wir waren alle zusammen, alle außer du. Die Türen waren fest verschlossen. Wir hatten ja alle Angst vor den Juden. Aber dann stand er auf einmal mitten im Raum. Jesus hat uns seine Wunden an den Händen gezeigt. Er war es wirklich.“ Thomas schüttelte den Kopf „Nein, das kann nicht sein“, erwiderte er. „Das glaube ich nicht.“ „Aber wir haben ihn gesehen!“ bekräftigten die anderen Jünger. „Das glaube ich nicht“, sagte Thomas wieder. „Ich glaube es erst, wenn ich Jesus selbst gesehen habe und wenn ich mit meinen Fingern die Wunden in seinen Händen gefühlt habe und mit meiner Hand die Wunde in seiner Seite.“

Thomas hatte zwar von den anderen Jüngern gehört, dass Jesus lebte. Aber er konnte es immer noch nicht glauben. Eine Woche später trafen sich die Jünger wieder alle. Dieses Mal war auch Thomas dabei. Vielleicht haben alle darüber geredet, wie sie Jesus gesehen haben. Aber Thomas hat geschwiegen. Die Türen waren fest verschlossen. Aber dann stand plötzlich wieder Jesus in ihrer Mitte. „Friede sei mit euch“, sagte er. Thomas schaute Jesus an. Ja, es war wirklich Jesus. Die anderen hatten also recht gehabt. Warum hatte er ihnen denn nicht geglaubt. Vielleicht hat Thomas sich ein bisschen geschämt, weil er nicht geglaubt hat.

„Thomas“, hörte er plötzlich seinen Namen. Jesus sprach zu ihm. Jesus sah ihn an. Vielleicht würde er ihm jetzt sagen, wie enttäuscht er war, dass Thomas nicht geglaubt hatte. Aber das tat Jesus nicht. „Komm zu mir“, sagte er, „hier sind meine Hände. Fühle mit deinem Finger meine Wunden und leg deine Hand in meine Seite. Sei nicht ungläubig, sondern gläubig.“ Jesus kannte Thomas. Er wusste, was Thomas brauchte, um zu glauben. Er wusste auch, was Thomas zu den anderen Jüngern gesagt hat. Und deshalb wollte er Thomas helfen. Jetzt glaubte Thomas. Er staunte. Jesus lebte wirklich. Jesus war auferstanden. Er war hier in ihrer Mitte. Und Jesus kannte sogar seine Gedanken und Zweifel. Jesus kannte ihn und wusste alles. „Das kann er nur, weil er Gott ist“, dachte Thomas. Er fiel vor Jesus nieder: „Mein Herr und mein Gott“, sagte er und schaute Jesus an.

„Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Aber es ist viel besser, wenn ihr auch glaubt, wenn ihr nicht sehen könnt“, sagte Jesus noch.

Gedanken zum Evangelium

Wir wissen, dass nach jedem Winter der Frühling kommt, weil wir das jedes Jahr erleben können. Deshalb glauben wir auch an den Frühling, auch wenn die Bäume keine Blätter mehr tragen und aussehen, als wären sie tot. Sobald jedoch die Sonne wieder kräftiger scheint, wachsen aus den scheinbar toten Zweigen Knospen und es dauert nicht mehr lange, bis alles zu blühen anfängt.

Die Jünger fühlten sich einsam, verlassen und im Herzen war alles dunkel. Sie konnten nicht glauben, dass es nach all den schlimmen Erfahrungen nochmals anders werden könnte, dass ein neues Leben möglich war.

Da trat Jesus in ihre Mitte und auf einmal waren alle Sorgen, alles Dunkle verschwunden. Thomas, der bei der ersten Begegnung nicht dabei war, konnte jedoch mit Worten allein nicht überzeugt werden. Er musste es selbst spüren, dass das, was die Jünger erzählten wirklich wahr war und Jesus ging auf Thomas ein.

Kennst du auch Menschen, die sagen: "Ich sehe Gott oder Jesus ja nicht, deshalb kann ich nicht an sie glauben?" Manche denken so. Sie wollen Dinge selbst sehen und erleben und erst dann wollen sie glauben.

Vielleicht geht es dir auch so. Du hast Zweifel, ob es Gott wirklich gibt, weil du ihn nicht siehst. Du darfst diese Zweifel haben. Sie sind nicht schlimm. Jesus kennt uns. Er kennt alle unsere Gedanken und damit auch unsere Zweifel. Jesus hat uns gesagt, dass wir mit allem, was uns bedrückt zu Gott kommen können, also können wir zu ihm beten: „Gott, ich frag mich manchmal, ob es dich wirklich gibt, denn ich kann dich ja nicht sehen. Ich habe Zweifel und möchte wissen, ob du wirklich da bist. Zeig mir, ob du da bist.“  Gott will uns helfen und wenn wir ihn wirklich darum bitten, dann wird er uns auch zeigen, dass er da ist. Vielleicht durch ein Erlebnis oder durch eine Bibelstelle oder durch die Antwort auf ein Gebet. Manchmal müssen wir schon ganz genau hinhören, um diese Antwort zu hören und zu verstehen und manchmal müssen wir Gott auch Zeit lassen. Er wird uns nicht immer sofort ein Zeichen geben. Es kann sogar sein, dass wir schon gar nicht mehr daran denken und auf einmal ist das Zeichen da.

Doch ganz sicher freut sich Gott darüber, wenn wir auch so an ihn glauben, obwohl wir ihn nicht sehen können.

Lied: Hört, wen Jesus glücklich preist

© Gesang: Maria Grimm Text: Kurt Hoffmann / Friedrich Walz Melodie: Spiritual Rechte: Gustav Bosse Verlag, Kassel

Fürbitten und Vater unser

Mama oder Papa: Die Natur hat sich verändert: Die ersten Blumen blühen, die Sonne scheint öfter und die Vögel singen wieder. Doch oft bemerken wir es gar nicht.
Öffne unsere Augen und Ohren, lass uns die Frühlingsboten zu erkennen!

Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!

Mama oder Papa: Wenn es draußen wieder wärmer wird und wir öfter im Freien spielen können, freuen wir uns alle. Lass uns mit dieser Freude andere Menschen anstecken!

Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!

Mama oder Papa: Frühling, Sommer Herbst und Winter, die Jahreszeiten wiederholen sich immer wieder. Gib, dass wir uns darüber immer wieder freuen, denn jede Jahreszeit hat ihre besondere Schönheit.

Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!

Mama oder Papa: Du hast uns deine Welt geschenkt. Leider kommt es immer wieder vor, dass wir nicht sorgsam mit ihr umgehen. Hilf uns, dass wir diese Erde beschützen.

Alle: Wir bitten dich, erhöre uns!

Mama oder Papa: Gott, du sprichst zu uns durch die Blumen. Im Blühen der Blumen, Gott, öffnest du uns die Augen. Du bist für alle da und für jeden ganz besonders. Dafür danken wir dir. Amen.

Wir sprechen gemeinsam das Vater unser

Wir sprechen uns den Segen zu:
Alle stehen im Kreis und halten ihre Hände wie eine Schale vor sich. Gemeinsam sprechen wir uns den Segen zu:

Es segne und behüte uns Gott, unser Vater; Jesus Christus unser Bruder und der Heilige Geist. Amen.
Wir  haben den Segen mit unseren Händen aufgefangen und geben ihn an jeden in der Familie weiter.

Lied: Halte zu mir, guter Gott, heut den ganzen Tag

© Gesang: Maria Grimm Text: Rolf Krenzer Melodie: Ludger Edelkötter Rechte: Impulse-Musikverlag

Wir wünschen euch einen schönen Sonntag und gute Wochen bis zum nächsten Kindergottesdienst am 9. Mai 2021. Wir halten euch auf dem Laufenden, ob wir dann uns vielleicht wieder treffen können.

Euer Kindergottesdienst-Team von St. Franziskus in Zusammenarbeit mit dem Kinderbibeltag-Team

Wenn ihr möchtet, könnt ihr noch einen Blumenstrauß mit Tulpen basteln und beim Sonntagsspaziergang nach den Gänseblümchen schauen.

Findet ihr auch unser Gänseblümchen aus der Geschichte?