Unerwünscht und früh verstorben

Lichterinstallation für die Kinder von russischen Zwangsarbeiterinnen und Displaced Persons.

Die Ulmer Künstlerin Christa Mayerhofer hat diese Lichterinstallation kreiert und zusammen mit Eva-Maria Glathe in der Initiative gegen das Vergessen auf den Weg gebracht. In den letzten Kriegsjahren herrschte in Ulm ein eklatanter Mangel an Arbeitskräften, weil die wehrdienstfähigen Männer an der Front eingesetzt wurden. Die Arbeitskräfte für die Rüstungsproduktion auf der Wilhelmsburg wurden in Polen und Russland rekrutiert, darunter waren viele junge Frauen. Sie mussten auf Grund der Ostarbeitererlasse ein „Ost“ gut sichtbar auf ihrer Kleidung tragen. Bei Schwangerschaft wurden sie zur Abtreibung gezwungen. Wenn das nicht möglich war, brachten sie die Kinder in sogenannten Gebärbaracken zur Welt. Danach wurden ihnen die Neugeborenen sofort weggenommen und in sogenannten Pflegeheimen untergebracht, wo man sie verhungern ließ.

 

Bei dieser Lichterinstallation geht es um 48 Kinder russischer Herkunft und um 20 Kinder von Displaced Persons. Ihre Namen und Lebensdaten, die Christoph Wernecke recherchiert hat, stehen auf den Lichtern. Die Initiative gegen das Vergessen erinnert an ihr trauriges Schicksal. Nachdem die Lichterinstallation auf dem jüdischen Friedhof in Ulm und in der Basilika Wiblingen zu sehen war, gastiert sie nun in der Versöhnungskirche. Vom 10. März bis 30. April besteht für Schulklassen die Möglichkeit, diese Ausstellung zu besuchen und die Kerzen für die zu früh verstorbenen Kinder anzuzünden. Das ist am Montag, Dienstag und Mittwoch möglich.

Christa Mayerhofer erörtert mit den Kindern an Hand der Aufschriften auf den Gläsern die Herkunft, die Lebensdaten und das traurige Schicksal dieser Kinder.

 

Anmeldung unter: mayerhoferch@gmx.de