Digitaler Kreuzweg in der Passions- und Osterzeit bekam großen Zuspruch

Der digitale Kreuzweg ist eine Idee von Vikar Lukas Weigold. Er lud Menschen ein, Bilder von Flur- und Wegkreuzen aus der Umgebung zu schicken und versah sie mit Texten aus der Passions- und Ostergeschichte. So kann uns beides berühren: Die bekannten Texte und die bekannten und unbekannten Kreuze an unseren Wegrändern.

Ostermontag: Der Auferstandene begegnet seinen Jüngern (Lukas 24, 13-35)

 

13 Am selben Tag wanderten zwei Jünger nach Emmaus, einem Dorf, das ungefähr zehn Kilometer von Jerusalem entfernt liegt. 14 Unterwegs redeten sie über nichts anderes als über die Ereignisse der letzten Tage. 15 Während sie miteinander sprachen, gesellte sich Jesus zu ihnen. 16 Aber - wie mit Blindheit geschlagen - konnten sie ihn nicht erkennen. 17 «Worüber unterhaltet ihr euch?» fragte sie Jesus. Die Jünger blieben traurig stehen, 18 und verwundert bemerkte Kleopas, einer von den beiden: «Ich glaube, du bist der einzige in Jerusalem, der nichts von den Ereignissen der letzten Tage gehört hat.» 19 «Was ist denn geschehen?» wollte Jesus wissen. «Du hast nichts von Jesus gehört, dem Mann aus Nazareth?» antworteten die Jünger. «Er war ein Prophet, den Gott geschickt hat. Jeder im Volk konnte das an seinen Worten und Taten erkennen. 20 Aber unsere Hohenpriester und die Männer vom Hohen Rat haben ihn an die Römer ausgeliefert. Er wurde zum Tode verurteilt und dann ans Kreuz geschlagen. 21 Dabei hatten wir gehofft, dass er der von Gott verheissene Retter ist, der Israel befreien sollte. Das war vor drei Tagen. 22 Heute morgen wurden wir sehr beunruhigt durch einige Frauen, die zu uns gehören. Schon vor Sonnenaufgang waren sie zum Grab gegangen; 23 aber sein Leichnam war nicht mehr da. Ihnen seien Engel erschienen, die sollen gesagt haben: 'Jesus lebt!' 24 Einige von uns sind gleich zum Grab gelaufen. Es war tatsächlich leer, wie die Frauen berichtet hatten. Aber Jesus haben sie nicht gesehen.» 25 Darauf sagte Jesus zu ihnen: «Wie unverständig seid ihr doch! Warum begreift und glaubt ihr nicht, was die Propheten vorhergesagt haben? 26 Musste Christus nicht all dies erleiden, bevor Gott ihn zum Herrn über alles einsetzt?»1 27 Dann erklärte ihnen Jesus, was in der Heiligen Schrift über ihn gesagt wird - von den Büchern Mose angefangen bis zu den Propheten. 28 Inzwischen waren sie kurz vor Emmaus. Es sah aus, als wollte Jesus weitergehen. 29 Deshalb drängten ihn die Jünger: «Bleibe doch über Nacht bei uns! Es wird ja schon dunkel.» So ging er mit ihnen ins Haus. 30 Als sie sich zum Essen gesetzt hatten, nahm Jesus das Brot, dankte dafür, teilte es in Stücke und gab es ihnen. 31 Da plötzlich erkannten sie ihn. Doch er verschwand vor ihren Augen. 32 Jetzt fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen: «Haben wir nicht im Innersten gespürt, dass es Jesus ist, als er unterwegs mit uns sprach und uns die Verheissungen der Heiligen Schrift erklärte?» 33 Ohne Zeit zu verlieren, liefen sie sofort nach Jerusalem zurück. Dort waren die elf Jünger und andere Freunde Jesu zusammen. 34 Von ihnen wurden sie mit den Worten begrüsst: «Der Herr ist auferstanden! Er ist tatsächlich auferstanden! Petrus hat ihn gesehen!» 35 Nun erzählten die beiden, was auf dem Weg nach Emmaus geschehen war und dass sie ihren Herrn daran erkannt hatten, wie er das Brot austeilte.

 

Gebet:

Christus spricht: ich war tot. Und siehe: ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Lebendiger Gott,
was für ein Osterfest. Ungewohnt still. Die Orgel schweigt und die Liturgie, dabei bist Du doch auferstanden. Wie soll nur alles werden? Und was kommt als nächstes?
Leer wie dein Grab sind unsere Kirchen.
Aber Du bist da!

Amen!

Ostersonntag: (Lukas 24,1-12)

 1 Ganz früh am Sonntagmorgen, dem ersten Tag der neuen Woche, nahmen die Frauen die wohlriechenden Öle mit, die sie zubereitet hatten, und gingen zum Grab. 2 Dort angekommen sahen sie, dass der Stein, mit dem man es verschlossen hatte, zur Seite gerollt war. 3 Als sie die Grabkammer betraten, fanden sie den Leichnam von Jesus, dem Herrn, nicht. 4 Verwundert überlegten sie, was das alles zu bedeuten hatte. Plötzlich traten zwei Männer in glänzend weißen Kleidern zu ihnen. 5 Die Frauen erschraken und wagten nicht, die beiden anzusehen. »Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten?«, fragten die Männer. 6 »Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden! Denkt doch daran, was er euch damals in Galiläa gesagt hat: 7 ›Der Menschensohn muss den gottlosen Menschen ausgeliefert werden. Sie werden ihn kreuzigen, aber am dritten Tag wird er von den Toten auferstehen.‹« 8 Da erinnerten sich die Frauen an diese Worte von Jesus. 9 Sie liefen vom Grab in die Stadt zurück, um den elf Aposteln und den anderen Jüngern zu berichten, was sie erlebt hatten. 10 Zu diesen Frauen gehörten Maria aus Magdala, Johanna, Maria, die Mutter von Jakobus, und noch etliche andere. 11 Aber die Apostel hielten ihren Bericht für leeres Gerede und glaubten den Frauen kein Wort. 12 Doch Petrus sprang auf und lief zum Grab. Als er hineinschaute, sah er außer den Leinentüchern nichts. Verwundert ging er in die Stadt zurück.

Gebet:

Jesus,
du bist am Kreuz gestorben.
Doch als die Frauen am Grab ankamen, war es leer.
Du bist von den Toten auferstanden und hast den Tod überwunden.
Danke, dass wir Ostern feiern können, auch, wenn es dieses Jahr ganz anders ist.
Begegne auch heute Menschen und schenke deine heilsame Gegenwart.
Amen.

 

Zum Weiterlesen: https://www.bibleserver.com/HFA/Lukas24%2C1-12

Karsamstag: Jesus wird begraben (Lukas 23,50-56)

Josef, ein Mann aus Arimathäa, einer Stadt in Judäa, ging zu Pilatus und bat ihn, den Leichnam von Jesus begraben zu dürfen. Er war ein Mitglied des Hohen Rates und ein guter Mensch, der nach Gottes Willen lebte und auf das Kommen von Gottes Reich wartete. Josef hatte nicht zugestimmt, als der Hohe Rat Jesus zum Tode verurteilt hatte, und war mit ihrem Vorgehen nicht einverstanden. 53 Er nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in ein feines Leinentuch und legte ihn in eine Grabkammer, die man in einen Felsen gehauen hatte und in der vorher noch niemand begraben worden war. 54 Das alles geschah am späten Freitagnachmittag, unmittelbar vor Beginn des Sabbats. 55 Josef wurde von Frauen begleitet, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren. Sie sahen das Grab und beobachteten, wie man den Toten hineinlegte. 56 Dann kehrten sie in die Stadt zurück und bereiteten dort wohlriechende Öle und Salben für die Einbalsamierung vor. Doch den Sabbat hielten sie als Ruhetag ein, so wie es das jüdische Gesetz vorschreibt.


Gebet:

Jesus,
auch heute bete ich zu dir.
Ich frage mich, was mir meine Zukunft bringen mag. Sicher fragten sich das auch die Jünger, als sie Abschied von dir nehmen mussten und nicht wussten, wie es weitergehen soll.
Was die Zukunft auch bringen mag: Stärke mich im Glauben und in der Hoffnung auf dich.
Lass mich festhalten an deiner Liebe. Heute und an allen Tagen, die noch kommen mögen.
Amen

 

Zum Weiterlesen: https://www.bibleserver.com/HFA/Lukas23%2C50-56

Karfreitag: Jesu Kreuzigung und Tod (Lukas 23,32-46)

32 Mit Jesus wurden zwei Verbrecher vor die Stadt geführt
33 zu der Stelle, die man »Schädelstätte« nennt. Dort wurde Jesus ans Kreuz genagelt und mit ihm die beiden Verbrecher, der eine rechts, der andere links von ihm.
34 Jesus betete: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!« [...]
38 Oben am Kreuz war ein Schild angebracht mit der Aufschrift: »Dies ist der König der Juden!« [...]
44 Am Mittag wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel. Die Finsternis dauerte drei Stunden;
45 in dieser Zeit war die Sonne nicht zu sehen. Dann zerriss im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten mitten entzwei.
46 Und Jesus rief laut: »Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!« Mit diesen Worten starb er.
47 Der römische Hauptmann, der die Hinrichtung beaufsichtigt hatte, lobte Gott und sagte: »Dieser Mann war wirklich unschuldig!«
48 Betroffen kehrten die Schaulustigen, die zur Hinrichtung zusammengeströmt waren, in die Stadt zurück.

Gebet:
Jesus,
du bist für uns gekreuzigt worden.
Du hast unsere Sünden am Kreuz getragen und uns von der Macht des Todes befreit.
Danke, dass am Kreuz die Gerechtigkeit Gottes und zugleich seine Gnade und Liebe deutlich werden.
Du hast uns so angenommen, wie wir sind.
Du hast dein Leben als guter Hirte für uns gelassen und so unsere Erlösung vollbracht.
Schenke du, dass auch wir Menschen uns gegenseitig annehmen können wie wir sind.
Amen.

zum Weiterlesen: https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas23%2C32-46

Gründonnerstag: Das letzte Abendmahl (Lukas 22,15-20)

15 »Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, mit euch dieses Passahmahl zu essen, bevor ich leiden muss«, sagte er. 16 »Ihr sollt wissen: Ich werde das Passahmahl erst wieder in Gottes Reich mit euch feiern. Dann hat sich erfüllt, wofür das Fest jetzt nur ein Zeichen ist.« 17 Jesus nahm einen Becher mit Wein, sprach das Dankgebet und sagte: »Nehmt diesen Becher und trinkt alle daraus! 18 Ich sage euch: Von jetzt an werde ich keinen Wein mehr trinken, bis Gottes Reich gekommen ist.« 19 Dann nahm er ein Brot. Er dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es ihnen mit den Worten: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Feiert dieses Mahl immer wieder und denkt daran, was ich für euch getan habe, sooft ihr dieses Brot esst!« 20 Ebenso nahm er nach dem Essen den Becher mit Wein, reichte ihn den Jüngern und sagte: »Dieser Becher ist der neue Bund zwischen Gott und euch, der durch mein Blut besiegelt wird. Es wird zur Vergebung eurer Sünden vergossen.

Gebet:
Gott, ich danke dir für diesen Tag.
Heute ist Gründonnerstag. Der Tag, an dem du mit deinen Jüngern das Abendmahl gefeiert hast.
Auch, wenn wir dieses Jahr nicht wie gewohnt gemeinsam Abendmahl feiern können, wissen wir doch, dass du da bist. In jeder Stadt, in jedem Haus, in jeder Wohnung, bei allen Menschen.
Gib, dass wir auch dieses Jahr Zuspruch, Gemeinschaft und Vergebung erfahren dürfen.
Auch unter diesen besonderen Umständen.
Amen

Zum Weiterlesen: https://www.bibleserver.com/HFA/Lukas22%2C7-23



Mittwoch: Das Gleichnis vom Feigenbaum (Lukas 21, 29-33)

»Seht euch den Feigenbaum an oder die anderen Bäume. 30 Wenn ihre Zweige Blätter treiben, wisst ihr, dass es bald Sommer ist. 31 Ebenso ist es, wenn all diese Ereignisse eintreffen. Dann könnt ihr sicher sein, dass Gottes Reich unmittelbar bevorsteht. 32 Ja, ich sage euch: Diese Generation wird nicht untergehen, bevor das alles zu geschehen beginnt. 33 Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber haben für immer Bestand.«

Gebet:

Herr, heute morgen schienen die ersten Sonnenstrahlen in mein Zimmer.
Vorboten des Frühlings.
Draußen wird es wärmer und die Bäume werden langsam grün.
Trotzdem belasten mich in diesen Tagen auch viele Gedanken.
Lass du dein Licht hereinbrechen in diese Zeit.
Lass mich in diesen Tagen spüren, dass du da bist.
Amen

Zum Weiterlesen: www.bibleserver.com/HFA/Lukas21%2C29-33

 

 

Dienstag: Die Gabe der Witwe (Lukas 21,1-4)

1 Nachdem Jesus das gesagt hatte, blickte er zum Opferkasten im Tempel hinüber und schaute zu, wie die Reichen ihre Gaben einwarfen. 2 Er bemerkte aber auch eine arme Witwe, die zwei der kleinsten Münzen hineinwarf. 3 »Eins ist sicher«, meinte Jesus, »diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen. 4 Die Reichen haben nur etwas von ihrem Überfluss abgegeben, aber diese Frau ist arm und gab alles, was sie hatte – sogar das, was sie dringend zum Leben gebraucht hätte.«

Gebet:

Guter Gott,
so viel habe ich bekommen von dir.
Nimm alles weg, was mich daran hindert, mich dir zuzuwenden.
Ich lege dir mein Leben hin. Alles, was ich habe.
Wende meinen Blick weg von mir selbst. Hilf mir, den Menschen um mich herum zu helfen.
Selbstlos - wie die arme Witwe.

Mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens.
Amen

 

Montag: Jesu Salbung (Lukas 7,37-38.47-50)

37 Da kam eine Sünderin herein, die in der Stadt lebte. Sie hatte erfahren, dass Jesus bei dem Pharisäer eingeladen war. In ihrer Hand trug sie ein Fläschchen mit kostbarem Öl. 38 Die Frau ging zu Jesus, kniete bei ihm nieder und weinte so sehr, dass seine Füße von ihren Tränen nass wurden. Mit ihrem Haar trocknete sie die Füße, küsste sie und goss das Öl darüber. [...]
Und Jesus sprach: 47 Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben; und darum hat sie mir so viel Liebe erwiesen. Wem aber wenig vergeben wird, der liebt auch wenig.« 48 Zu der Frau sagte Jesus: »Deine Sünden sind dir vergeben.« 49 Da tuschelten die anderen Gäste untereinander: »Was ist das nur für ein Mensch? Er vergibt sogar Sünden!« 50 Jesus aber sagte zu der Frau: »Dein Glaube hat dich gerettet! Geh in Frieden.«

https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas7%2C36-50

 

Gebet:
Jesus ich danke dir, dass du so großzügig bist.
Du vergibst uns unsere vielen Fehler.
Deine Liebe ist unendlich groß.
Hilf mir, sie dankend anzunehmen und anderen etwas davon weiterzugeben.
Amen

 

 

Palmsonntag: Jesus zieht in Jerusalem ein (Lukas 19,28-40)

29 In der Nähe von Betfage und Betanien, zwei Ortschaften am Ölberg, schickte er zwei seiner Jünger voraus mit dem Auftrag: 30 »Geht in das Dorf da vorne! Gleich am Ortseingang werdet ihr einen jungen Esel finden, der dort angebunden ist. Auf ihm ist noch nie jemand geritten. Bindet ihn los und bringt ihn her! 31 Sollte euch jemand fragen, warum ihr das tut, dann sagt einfach: ›Der Herr braucht ihn.‹« 32 Die Jünger gingen dorthin und fanden alles so, wie Jesus es ihnen beschrieben hatte. 33 Als sie den Esel losbanden, fragten die Besitzer: »Warum tut ihr das?« 34 Sie antworteten: »Der Herr braucht ihn.« 35 Dann brachten sie den jungen Esel zu Jesus. Sie legten dem Tier ihre Mäntel auf den Rücken und ließen Jesus aufsteigen. 36 So zog er weiter, und die Menschen breiteten ihre Kleider als Teppich vor ihm aus. 37 Als Jesus sich schon der Stelle näherte, wo der Weg vom Ölberg nach Jerusalem hinunterführt, brach die ganze Menge der Jünger in Jubel aus. Sie dankten Gott für die vielen Wunder, die sie miterlebt hatten. Laut sangen sie: 38 »Gepriesen sei der König, der im Auftrag des Herrn kommt! Gott hat Frieden mit uns geschlossen. Lob und Ehre sei Gott hoch im Himmel!« 39 Empört riefen da einige Pharisäer aus der Menge: »Lehrer, verbiete das deinen Jüngern!« 40 Er antwortete ihnen: »Glaubt mir: Wenn sie schweigen, dann werden die Steine am Weg schreien.«

https://www.bibleserver.com/HFA/Lukas19