Dienstag, 7. August - Tazara-Fahrt nach Mbeya

Heute morgen haben wir uns zu einer kurzen Andacht um 8 h vor dem Haus getroffen. Zum Anfang haben wir auf Romans Wunsch „Ubi caritas“ mit noch ein wenig verschlafenen Stimmen gesungen. Anschließend hat Eckhart die Losung des Tages vorgelesen:

„Hilf uns, Gott, unser Heiland, und sammle uns, dass wir deinen heiligen Namen preisen“

1.Chronik 16, 35

„Der Menschensohn wird seine Engel senden mit hellen posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum anderen“

Matthäus 24, 31

Gemeinsam haben wir uns dann Gedanken zu dieser Losung gemacht.

Danach Frühstück!!!

Eckhart hat sich während des Frühstücks mit einem Herrn aus Tanga unterhalten. Er war in Dar auf einer Konferenz und hat uns alle nach Tanga zu sich in sein Haus  eingeladen, aber nicht länger als eine Woche, wenn wir alle gemeinsam kämen. Einzeln könnte er uns durchaus länger beherbergen. Die Einladung gelte auch für Kilimanjaro im Hause seiner Mutter, und gleichzeitig seinem Geburtshaus. Die Mutter wäre wohl zwischenzeitlich 94 Jahre alt und könne immer noch 5 Bier trinken!

Anschließendes Kofferpacken, da wir unsere Zimmer bis 11h räumen sollten. Unser Gepäck konnten wir dann bis zu unserer Abreise in Birgits Zimmer stehen lassen.

Edelgard und Birgit sind in das Internetcafe des Msimbazi Centre, wir andere haben gegenüber ein einem Wohngebiet versucht Bananen, Orangen und etwas Brot für die Bahnfahrt zu organisieren. Letztendlich haben wir auch alles dort bekommen, zuvor haben aber Roman und ich noch bei einem Tischler seien Arbeiten, von denen  er uns Fotos gezeigt hatte, bewundern müssen.

Zum Mittagessen gab es Kekse, die zuvor von Birgit und Edelgard und dann später noch von Reinhild und mir besorgt wurden.

Pünktlich um 14h wurden wir von Rev. Clement Fumbo mit der Evangelistin abgeholt und mit einem zusätzlichen Taxi zum Bahnhof der Tazara gebracht. Mir war es überhaupt nicht angenehm, als wir durch die Wartehalle mit unserm ganzen Gepäck liefen, um in die Lounge für die 1. Klassereisenden zu kommen. Wir haben uns nicht nur durch unsere Hautfarbe, sondern auch  durch die Menge unseres Gepäcks von den 3. Klassereisenden unterschieden. Schon durch unsere Hautfarbe war wohl allen anderen klar, dass wir nicht in der Holzklasse reisen werden. In der Zwischenzeit ist es Abend und wir machen uns Gedanken, ob wir überhaupt bei dem Gerumpel und Geschaukel schlafen können. Obwohl wir uns nur zu viert ein Abteil teilen und die ganze Nacht liegen können, während in der 3. Klasse Massen von Menschen reisen, von denen mit Sicherheit nicht jeder einen Sitzplatz hat. Schon alleine als es zum Einsteigen in den Zug ging, haben wir viele Menschen gesehen, die gerannt sind, um vermutlich einen Sitzplatz zu bekommen. Ich kann mich an eine Frau erinnern, die einen Koffer auf dem Kopf, einen Säugling auf dem Rücken und einen Eimer in der rechten Hand und ein zweites Kind an der linken Hand hatte.

Wir haben dann in unserem Abteilen Platz genommen und die Fahrt ging mit etwa 15 Min. Verspätung los. Bei der Ausfahrt aus Dar Es Salaam  sind wir durch ein Gebiet gekommen, in dem viele Menschen am Gleisrand standen und uns zugewunken  haben. Überall, wenn wir durch bewohntes Gebiet fuhren, standen Kinder am Rand und winken uns zu. Ich für mich bekomme gar nicht genug von der vorbei ziehenden Landschaft. Ich merke, irgendwie schlägt mein Herz auf diesem Kontinent anders; ich kann einfach nicht genug bekommen, und im Übrigen finde ich, Afrika kann man nicht erklären oder beschreiben, man muss es einfach erleben!

Nun ist es schon längere Zeit Nacht, und damit meine ich wirklich Nacht! Draußen ist es so dunkel, man kann nicht die Hand vor Augen sehen Der Horizont ist nicht erkennbar. Bevor es richtig dunkel wurde sind wir durch einen National Park, den Selous Game Reserve, gefahren. Aber außer ein paar Marabus haben wir keine Tiere gesehen, leider! Ich hatte gehofft, welche aus dem Zug zu sehen.

Abend gegessen haben wir in zwei Etappen im Speisewagen.

 

Jeder Reisende hat eine kleine Flasche Wasser, ein Stück Seife und pro Abteil eine Rolle Klopapier bekommen. Ein Ticket kostet pro Person 27.000 TSH, das entspricht etwa 17 €.

Pied Bross