Montag, 6. August 2007 Dar Es Salaam - Eindrücke

Ein Tag in Dar Es Salaam  ( 3-4 Mill. Einwohner)

 

Das Msimbazi-Centre bietet einen tollen Service: Schmutzwäsche kann morgens abgegeben und am Abend gewaschen und gebügelt für einen Kleinstbetrag wieder abgeholt werden. Gerne machten wir davon Gebrauch und trafen uns um 8.00 Uhr morgens mit Wäschesack im Waschsalon. (1000TS – 60 Cent – für z.B. 2P Socken, Unterwäsche, T-Shirt und Hemd.)

Beim Frühstück unterhielt sich Eckhart mit Fr. Dorothee Weller, die für die Herrnhuter Brüdergemeine unterwegs ist.

Rev. Clement Fumbo und Fahrer holten uns ab und fuhren uns zum Luther-House ins Stadtzentrum. Dort begannen wir unsere Stadterkundung mit der Besichtigung der Kirche einschließlich Turmbesteigung : schöne Sicht auf den Hafen . Die 3 Glocken wurden von einer deutschen Partnergemeinde Anfang des 19.Jahrh.gestiftet.

Auf dem Weg zum Arts+Crafts Centre (Haus der Kunst) kamen wir an der kath. Buchhandlung vorbei : Ansichtskarten Fehlanzeige. Leider wurden wir den ganzen Tag diesbezüglich nicht fündig. Dafür entdeckten wir ein Internetcafe und beschlossen, Grüße nach Hause zu senden (30 Min.= 800 TS).

Zwischenfall auf der Straße: An einer Baustelle am Straßenrand kippte eine Eisenstange um und traf Birgit am Kopf! Gott sei Dank ging es mit „nur“ einer schmerzenden Beule und großem Schrecken noch glimpflich ab. Die Umstehenden und Arbeiter begannen heftige Diskussionen, es wurden schnell immer mehr und immer lauter, so gingen wir rasch weiter.

Im angenehm kühlen Restaurant im Arts+Crafts Centre aßen wir zu Mittag. Büffet-Angebot: Suppe, Salate (darauf verzichteten wir noch vorsichtshalber), Gemüse, versch. Reisgerichte, tanzanisches Schwein (lecker). Mit  Getränken pro Person etwa 6 € .Empfehlenswert.

Gut gestärkt besuchten wir

- das Haus der Kunst, ein staatliches Projekt, das auch behinderte Menschen in die Arbeitsabläufe integriert, z.B. den Verkauf. Wer Geschenke sucht wird hier sicher fündig bei der großen Auswahl an Flechtarbeiten, Batiken, Acryltechniken, Marimbas, Schnitzereien, Lederwaren etc.

- das Nationalmuseum, in dessen erstem Gebäudeteil  mit vielen Fotos und Fundstücken die Geschichte Tanzanias dokumentiert wird und in einem zweiten die vielfältige Tierwelt und Kultur. Sehr interessant fand ich die Geschichte der Heiler und ihrer Utensilien (hinter einem schwarzen Vorhang), die vielfältigen  Musikinstrumente und die Schnitzereien der Makonde. Ein riesiger „Generationen-Menschen-Baum“ steht im Innenhof. Außer uns hielt sich kaum jemand im Museum auf.

- den Fischmarkt, das Kontrastprogramm zu vorher: Menschenmengen, Lautstärke, geschäftiges Treiben   - Fische schuppen, ausnehmen, stapeln, ….Es gibt alles, was das Meer hergibt! Und die Gerüche ! Wir aßen keine Fische, wir aßen süße Bananen und Orangen.

Und genossen noch eine Weile die Stimmung und Ausblicke auf Hafen und Meer.

 

Der Versuch, mit Dalla-Dallas den Heimweg anzutreten scheiterte an den Menschenmassen, die dasselbe tun wollten. Nach vergeblichen Versuchen gingen wir zu Fuß zum Luther-House zurück und  nahmen dort ein Taxi .Der Straßenverkehr in Dar ist ein besonderes Erlebnis. Am Abend führen teilweise drei Spuren aus der Stadt hinaus, eine davon war am Morgen die Gegenspur.

 

Nach diesem erlebnisreichen Tag trafen wir uns nach dem Abendessen im Msimbazi-Centre zu einem feucht-fröhlichen Beisammensein im Mondenschein vor unserem Haus und sangen mehrstimmig und im Kanon. Wir steigern uns von Mal zu Mal.

Meine Uhr ist stehengeblieben! Der Umgang mit Zeit ist hier sowieso anders….

Am Morgen weckte mich der Gesang des Muezzins.

 

Edelgard Baumann