Samstag, 25. August: "Klärendes Gespräch mit Pfarrer Fumbo, Umzug ins Kunduchi"

Wir treffen uns um 7.55 Uhr vor dem Haus auf den Steinbänken um zu singen.

Eckhart liest aus dem Losungsbuch den Text für den heutigen Tag, Psalm 32 Vers 8

"Ich will dich mit meinen Augen leiten...."

Wegen beginnendem  Regen müssen wir die Andacht unterbrechen, gehen und holen unsere Frühstücksmarken.

Um 9 Uhr haben wir einen Termin mit Pfr. Clement Fumbo, den wir zu einer letzten Besprechung eingeladen haben.

Wir warten bis 9.20 Uhr, dann gehen wir Kofferpacken.

Um 9.45 Uhr ist er doch da und wir gehen zum Reden in den Speisesaal.

Folgende Punkte sind uns wichtig und diese wollen wir aus Sicht eines Afrikaners erklärt haben:

1.      Sprachprobleme

2.      Zeitprobleme - "zu spät kommen"

3.      Planungen

 

zu Punkt 1

 

Frage: Werden die Englischkenntnisse in Zukunft besser?

            Soll immer jemand zum Übersetzen dabei sein?

Antwort: Die Jungen haben Probleme mit der Sprache, sie wollen gerne ins College,  um die Sprache zu lernen, aber es fehlt ihnen das Geld. Die Eltern sind arm, oder es sind Singleeltern, teilweise leben die Jungen im Busch, so haben sie nicht einmal das Geld, um ihr Leben zu bestreiten.

 

Es sei schwierig, das Treffen 2009 zu planen.

Deswegen sollte jetzt schon damit begonnen werden, die Reisegruppe für 2009 zusammen zustellen und die Leute, die wenig Englischkenntnisse haben, dementsprechend vorzubereiten. Dieses sollte jetzt schon gesagt werden, dass rechtzeitig mit dem Lernen von Englisch begonnen werden kann. Vorschlag: weniger deutsch zu lernen als gut englisch.

 

zu Punkt 2

 

Das Problem in Afrika und Tansania ist, dass gefragt wird: warum sollen wir uns beeilen, wir leben in Afrika?

In der Stadt funktioniert es besser als auf dem Land, ist allerdings auch nicht perfekt.

z.B. Die Frauen haben einen Termin. Sie schauen aber zuerst nach Wasser oder Holz, trinken Tee. Sie haben private Probleme, die wir nicht kennen, z.B. nach den kranken, alten Eltern schauen und auch noch andere Dinge erledigen.

Sie sagen auch nicht: Ich bin zu spät, weil ich ein Problem habe.

Wir entgegneten: Die Zeit, um auf einen Referenten zu warten, wäre doch eine gemeinsame, sinnvolle Sache der Gäste mit den Gastgebern. Konversation zu betreiben wäre toll, allerdings konnten wir uns wegen der Sprachschwierigkeiten nicht unterhalten. Wir kennen uns nun schon über 25 Jahre und sind uns so vertraut, dass wir über Probleme reden könnten.

Die Gastgeber wollen uns aber nicht mit ihren Problemen belasten. Haben Angst, dass wir nachfragen würden, was denn die Probleme seien. Sie wollen die Last ihrer Probleme nicht auf unsere Schultern laden. Wir sind ihre Gäste, die nicht belastet werden sollen, wir sollen uns freuen!

 

Zu Punkt 3

 

Wir erzählen, dass wir über die Planung für den Mikumipark, Unterkunft, Bus, sowie für die Tage auf Sansibar Fähre, Hotel keine Informationen erhalten haben.

Vorschlag: Wir sollen schauen, dass wir mit einem Koordinator zusammenarbeiten, der alles organisiert und für die Organisationen Ansprechpartner ist.

z. B. hat Pfarrer Mwakifuna am vergangenen Abend Kontakt mit Pfr. Fumbo aufgenommen und gefragt, ob die Reise nach Sansibar erfolgt sei. Da war natürlich alles zu spät, kein Fax, kein mail konnte vom Msimbazicenter aus erfolgen. Immer wurde gesagt, es sei alles erledigt.

In Afrika ist es so, dass im Ankommen in der Stadt das Hotel gebucht wird, nicht wie bei uns schon lange im Vorfeld bestellt wird.

Teilweise wird in den Reisebüros vertröstet und gesagt: komm morgen wieder, heute geht nichts. In Tukuyu und Mbeya hat man es nicht eilig!

 

Während wir mit ihm diskutieren wird der Saal geputzt, Tische und Stühle gerückt. Die Verständigung ist wegen der Nebengeräusche sehr schwierig.

Wir gehen nach draußen und besprechen den 3. Punkt im Stehen am Auto.

Dann fragen wir ihn noch nach den Unkosten, die ihm entstanden sind als er uns am Flughafen abgeholt hat und für weitere Einsatzfahrten und die Zeit dafür. Er meinte, er trage die Kosten selber. Wir wollen ihm Geld geben und er meint, das was wir für richtig halten

sollen wir ihm geben.

Er habe sich gefreut uns seine Hilfe gegeben zu haben.

Wir geben ihm 30.--Dollar für Benzin und verabschieden uns mit dem Lied Nr. 16 aus unserem, inzwischen ziemlich flattrig gewordenen Liedblatt  „Yesu alliniita, Njoo“ und gehen zurück zum Kofferpacken.

Später am Tag erfahren wir, warum Pfr. Fumbo zu spät kam:

 

Er sei um 9 Uhr da gewesen, allerdings ist ihm da der Generalsekretär Pfr. Mwaitebele über den Weg gelaufen, der meinte, er könne ihn doch kurz mal zum Hafen fahren. Da konnte Fumbo wohl nicht nein sagen.

 

Um 11.15 Uhr geht’s dann los. Mit drei Taxen a 20.000 TS Richtung Hotel Kunduchi. Unterwegs wird mit der Anzahlung getankt und wir stehen im Stau. Der Taxifahrer kennt Schleichwege und so kommen wir nach 40 Minuten am Hotel an.

Das Hotel ist der krasseste Unterschied zu dem, was wir bisher erlebt haben. Ob wir privat schon einmal in so einem feudalen Hotel untergekommen sind?

Wir kommen in die Hotelhalle. Sie ist im orientalisch, arabischen Stil ausgestattet. Uns bleibt der Mund offen!! Unsere Koffer werden auf die Zimmer gebracht.

Wir drei Frauen haben ein Zimmer zusammen. Die Terrassentür führt direkt in die Anlage mit angrenzendem Strand, einfach traumhaft. Es ist gerade Ebbe am Indischen Ozean.

Wir entscheiden uns für ein kleines Mittagessen für ca. 6.500 TS

Da wir zur Hälfte in TS und Dollar bezahlen wollen gibt es mächtige Rechnungsschwierig-keiten.

Anschließend machen wir uns auf den Weg zu den Sonnenliegen.

Mich reizt ein Strandspaziergang. Endlich mal ohne Begleitung und Schutz, einmal alleine sein, das hat mir in der ganzen Zeit immer wieder mal gefehlt. Den Gedanken freien Raum geben, Erlebtes zu verarbeiten. Es war keine Zeit!

Am Strand liegen viele Schätze des Meeres, viele verschiedene Muscheln, besonders große, die ich noch nirgends vorher gefunden hatte.

Vom Strand aus haben wir einen herrlichen Blick auf die vorgelagerte  Bongoyo Insel,  die „Sonnentrauminsel“, die wir gestern besucht haben.

Als es sehr windig am Strand wird entschließen wir uns um 18 Uhr, nach drinnen zu gehen. Um 19.30 Uhr erscheinen wir alle im afrikanischen Look. Dann geht’s zum gemeinsamen Dinner in der Außenanlage. Wir werden von „Tafelmusik“ beim Dinieren begleitet. 2 Musi-kanten spielen und singen rein gar nicht afrikanische Weisen.

Nach dem üppigen Essen schauen wir an den Nachthimmel und entdecken viele Sterne und den zunehmenden, fast Vollmond.

Wir sind alle so müde, sodass keiner von uns bis Mitternacht durchmachen kann, um Roman zum 20. Geburtstag zu gratulieren.

Mit vielen neuen Eindrücken und wohl durch die gute Seeluft müde geworden, fallen wir nur noch mit einem „Gute Nacht“ ins „Himmelbett“.

 

Preis eines Doppelzimmers:

ÜF     185.—Dollar

Preis eines Trippelzimmers:

ÜF   220.--Dollar                                                                                                       Birgit Frick