Samstag, 4. August 2007 - Ankunft

Ankunft um 5.30 Uhr. Dort steigen wir bei 25 Grad C aus dem Flieger.

Die Luft ist diesig, staubig. S M O G

Kurz zuvor haben wir einen wunderschönen Sonnenaufgang beobachten können: Am Horizont ein rotgelber Streifen immer heller werdend.

Im Gebäude halten wir uns im Obergeschoss auf, da haben wir mehr Platz und Ruhe.

Im WC stehen die Frauen in 2er Reihen zum Zähneputzen.

Menschen verschiedenster Kulturen werden von uns beobachtet.

Total verschleierte Frauen in ihren schwarzen Burkas, bei denen die  Augen nur zu erahnen sind und die großen, schlanken Männer in ihren weißen Gewändern / Kleidern.

Im Internetcafe um die Ecke (1.Stock) werden Roman und ich die ersten Lebenszeichen an die Lieben zuhause los. Es ist zwar noch nicht viel passiert, aber trotzdem! Übrigens, das Internet ist kostenlos!

Wir kaufen Wasser, das wir u.a. zur Einnahme von Malarone benötigen.

Um 8.25 Uhr steigen wir in ein kleineres Flugzeug der Qatarairways, das uns nach Dar es Salam bringen soll.

Wir haben unsere Armbanduhren um eine Stunde vorgestellt.

Wieder Frühstück, das gleiche wie um 3 Uhr.

Um 13 Uhr gibt’s 3-Gangmenü, wie gehabt.

Pied und ich haben dann trotzdem die Gelegenheit genutzt, unsere Decken mitzunehmen.

Der Flug nach Dar es Salam ist unruhig, gewittrig.

Am Gepäckband müssen wir lange auf das Gepäck von Edelgard und Reinhild warten.

Draußen werden wir schon von Clement Fumbo, Pfarrer in Dar es Salam und Pfarrer Swebe aus Rungwe erwartet. Letzteren werden wir noch dort in der Missionsstation treffen.

Wir wechseln kurz die ersten Euros in Tansaniaschillinge, dann fahren die Pfarrer uns ins katholische Msimbazi-Center, wo wir die nächsten 2 Tage wohnen werden. Geplant war das Lutherhaus im Zentrum von Dar. Die Anfrage dafür war wohl zu spät von den Freunden aus Tukuyu eingegangen.

Das Msimbazi - Center liegt nicht zentral, aber in einer schönen Anlage mit viel Grün.

Zimmerverteilung: jeder von uns erhält ein Einzelzimmer: winziges Zimmer mit Bett, Tisch, Stuhl und Nasszelle, bestehend aus Sitzklo und Dusche. Die Fliegengitter an den Fenstern sind z.T. undicht. Auch die Moskitonetze sind teilweise nicht lochfrei. Aber alles zweckmäßig einfach.

Die Nacht ist laut, kein dran denken an Schlaf, zumindest für mich. Im Center wird geheiratet. 3 Hochzeiten in verschiedenen Häusern. Die Verstärker dröhnen herüber, Musik und Mikrophone überschlagen sich.

 

                                                                                                                                 Birgit Frick

 

 

Fortsetzung von Birgits Notizen

 

Flug von Doha nach Dar. Die Müdigkeit breitet sich aus. Blick auf Sandgebilde unten in Wüstenlandschaften, trockene Sandflüsse, mandala - artige Musterungen, auch im Sand versteckte Öl-Tanks. Drei grüne Buschflecken, wo das Wasser  wohl herkommt in dieser lebhaften Öde?

Wohltuend der Ozean, Schaumkronen - und das Grün über Dar, in Dar. Tapfer haben wir das gute Essen Qatar noch einmal zu uns genommen. In Dar mit Verspätung - was macht das schon - gelandet. Wir werden bewusst durch fußgängerreiche Straßen gefahren. Es fallen die vielen Menschen wieder einmal auf, bunt, arbeitend und laufend, "arm und fröhlich". Preise im Msimbazi-Catholic-Centre . TSH 10000.- / Nacht ( ca.€ 6.-) mit gutem Frühstück. Wir führen das Kassenvorauszahlungsverfahren ein. Dadurch finanzieren wir gemeinsame Unternehmungen, Essen-Dinner 3500.- TSH (Fleisch/Fisch, Chips, Ugali, Gemüse, Bananen) 1300.- TSH vegetarisch. Verfahren im Zentrum: Unterkunft/Frühstück und Essen werden getrennt organisiert; so gibt es eigenständige Arbeitsbereiche; Zentrum selbst macht guten und gepflegten Eindruck. Viele Angebote innerhalb des Zentrums zur Weiterbildung von Erwachsenen. Vermietung von Sälen und großen Räumen von Parteiveranstaltungen bis zu Hochzeiten. Hier scheint man immer kommen zu können. Und es gibt Platz. Fahrt in die Stadt mit Taxi TSH 6000.- max. Mit Dalala TSH 2x 250 "Posta".

Bischof Mwakafwila getroffen aus Rungwe, der bis Dienstag hier in Dar zu tun hat. Seine Rückfahrt mit Bus. Abends sind wir Zaungäste auf 3 Hochzeiten und einer Play-Back Show im Msimbazi Garten. Man zeigt sich in Robe, man zeigt Vornehmheit und Nobelkarossen. Wir werden eingeladen, man kommt auf uns zu, redet mit uns, aber unsere Kleidung ist nicht angemessen.

Und was vermitteln die Medien über Afrika? Krieg, Flucht, Katastrophen, Krankheiten, Hungerbäuche; aber eben nicht so, auch so: farbig, einladend, fröhlich, bunt. Zur Würde von Menschen gehört wohl auch, dass nicht eine Seite einfach ausgespart wird! Warum wollen/sollen wir nicht den "ganzen Menschen", die verschiedenen Facetten der Gesellschaft Afrikas sehen, warum tun uns die Medienbetreiber das an?

                                                                                                                      Eckhart Hauff