Montag, 20.August: "Geburtstag, Waisenprojekt, Schulkontakt, Abschiedssitzung mit Partnerschaftskomitee und Kirchengemeinderat, Abschiedsschmerz"

Gratulation für Eckhart mit Kerzen und Gesang, weiteres erst später

 

An diesem Morgen stellten uns Rev. Mwakifuna und Frau Sonelo das sog. Waisenprojekt vor, das die Frauengruppe Akina Mama ins Leben gerufen hat und es verantwortlich  leitet.

Jede Teilgemeinde – in diesem Fall 19 – übernimmt die Verantwortung für ein Waisenkind, sucht eine Familie für das Kind, kommt für die Schul- und Lebenskosten auf und ist auch für schulische Angelegenheiten zuständig. In jeder Teilgemeinde gibt es eine Leiterin, eine Stellvertreterin, Protokollantin und Kassiererin für diese Aufgabe.

Alle 19 Kinder hatten um schulfrei gefragt und waren anwesend. Bis auf einen Jungen gehen alle noch in die Primary – School. Bis zur 11. Klasse sollen die Kinder unterstützt werden.

Vom Geld der Partnergemeinden wurden letztes Mal Schuluniformen finanziert.

Natürlich gibt es in Tukuyu noch mehr Waisen. Manche können im weiteren Familienverband aufgenommen werden. Manche bleiben in ihren eigenen Häusern und werden dort versorgt ( je nach Alter der Kinder), z.B. von älteren Geschwistern.

Berufsausbildung oder Uni ist wegen des Alters der Kinder bisher noch kein Thema, hier wäre aber auch der Staat gefragt.

 

Wir hatten noch einige Geschenke für die Kinder. Wir überreichten Mrs. Sonelo für das Projekt ein Kuvert mit 300 €. Mit Dank und Gesang endete der bewegende Vormittag. Eine unterstützungswürdige Aufgabe!

 

Für mich immer wieder erstaunlich und kaum auszuhalten, wie demütig, unterwürfig gar die engagierte Mrs. Sonelo sich Rev. Mwakifuna nähert und mit ihm spricht.

 

Eckhart und ich wanderten nochmals zur Madaraka – Primary-School , um Bilder und Aufsätze der Schüler für die Grundschulen in Dornstadt und Donaustetten/Gögglingen abzuholen. Mit vielen Erdnüssen und ebenso vielen herzlichen Grüßen  des Lehrerkollegiums, Gesang und Gebet wurden wir verabschiedet. Sie würden sich über eine Partnerschaft mit unseren Grundschulen sehr freuen.

 

Für die kurzbemessene Mittagspause hatte ich mich bei meiner Gastfamilie abgemeldet, wäre mir mit dem langen Heimweg zu stressig geworden. Habe mich dafür mit Birgit und Reinhild zum Kaffeetrinken im Hotel verabredet. Solch eine  kleine selbstbestimmte Pause zwischendurch tat gut.

Um 14 Uhr ging´s weiter mit einem Meeting mit Kirchengemeinderat und Partnerschaftskomitee.

Mrs. Gloria Mwakasungula, meine host, nahm als Mitglied des Komitees ebenfalls daran teil.

Rev. Mwakifuna nannte bei der Begrüßung auch die Programmpunkte der Sitzung, entschuldigte das Fehlen von Sam Mwandemele, Vorsitzender des Komitees mit den Worten „er hat Probleme“. Zu meiner großen Verwunderung wurde der Tod des Sohnes und die Beerdigung, die ja an diesem Nachmittag stattfand, mit keinem Wort erwähnt, auch nicht im Gebet.

Interessant waren die gegenseitigen Fragen und Antworten. Unsere schriftlich vorbereiteten Gedanken trug Eckhart gleich in Kisuahili vor. Antworten von Rev. Mwakifuna:

- die Jugend hat für das Jugendcamp alle Schritte mit vorbereitet

- zur Erweiterung der Partnerschaft mit Bujesi  muss erst im Komitee und im KGR diskutiert werden.

 Gloria fragte nach unserer Meinung – wir stehen dieser Erweiterung ja positiv gegenüber -  und sind nun gespannt, wie die Entscheidung ausfallen wird.

Fragen kamen zum Problem Aids in Deutschland und zum Umgang mit dem Islam, den islamischen Mitbürgern.

 

Hier war auch der Platz zur Übergabe unserer mitgebrachten Bilder der einzelnen Kirchengemeinden (evtl. fürs Gästehaus), spezieller Grüße und den Geldbeträgen für Akina Mama und das Gästehaus.

Ausklang mit gemeinsamen Lied, beidseitigen Dankesworten, Fotos, herzlichen Umarmungen, Sambusa und Cola. (soviel Cola habe ich noch nie getrunken!)                  

 

 

Anschließend fanden wir uns mit Mrs. Sonelo, Pardon, Ammon u.a. in Rev. Mwakifunas Wohnzimmer ein um auf Eckharts Geburtstag mit rotem Sekt anzustoßen, ein Lied zu singen und ihm sein Geschenk, ein tanzanisches Hemd in lila Kirchenfarbe zu überreichen (Dank an Reinhild und Pied!).

Dann kam unser aller Bescherung: von Akina Mama eine große Packung Tee für jeden aus der Reisegruppe und für jeden eine Kitenge ! Wir waren überwältigt.      Asante, asante sana ! ! Auch noch viele Briefe und Päckchen wurden uns für die Freunde in Deutschland mitgegeben – wir werden sicherlich mit einigen Kilo Übergewicht am Flughafen eintreffen!

 

Abschiednehmen von Tukuyu und vielen lieben Menschen. Morgen früh um 6 Uhr wird der Bus am Busbahnhof abfahren in Richtung Dar -  für uns allerdings erst mal bis Mikumi. Um 6°°Uhr – quiet early in the morning – wenn das mal gut geht.

In meiner Familie gab es erst um 22Uhr Abendessen. Gloria kochte und buk von 18Uhr an - welche Überraschung wird’s da morgen früh noch geben? Sie wird mich begleiten, zusammen mit Judith. Martha, die Enkeltochter: „I will miss you.“ Gloria: „If we can´t see us again here in Tanzania we´ll do in heaven.”

 

                                               Mungu akubariki

 

und asante sana der ganzen freundlichen und liebevollen Familie!

 

Edelgard Baumann