Dienstag 14. August "Wanderung Lake Ngozi", Umzug in Privatquartier

Heute waren wir am Lake Ngozi. Nach dem Frühstück sind wir wieder mit dem Kleinbus abgeholt worden. Mit uns kamen Pardon, Yusuph und Narman. Auf dem Weg zu Lake Ngozi haben wir unterwegs noch auf einem Markt Früchte und Wasser gekauft.

Im Kleinbus ist es ziemlich eng und es stinkt nach Auspuffgase! Wir sitzen zu 11 in einem 7-Sitzer und dann kam da noch der Guide am Gate dazu. Mit ihm hat es wohl einige Unstimmigkeiten bezüglich der Bezahlung gegeben! Unsere Jungs meinten, er müsse nur ein Trinkgeld bekommen, er wollte aber mehr. Wie sie sich geeinigt haben weiß ich jetzt gar nicht, letztendlich ist mir das auch egal. Jedenfalls sind wir dann weiter auf einer Art Feldweg, der dann so langsam den Berg anstieg und in einen Wald hinein führt bis wir an die Stelle kamen, bei der vor vier Jahren Ilse Fuhrmann wohl einen kleine Panikanfall bekommen hatte. Wir sind dann aber auch vorher schon ausgestiegen, bevor es an der besagten Stelle zu Schwierigkeiten kommen konnte. Von dort aus sind wir bis ans Ende des Weges, bis zum Parkplatz gelaufen. Der Parkplatz war der Ausgangspunkt für den Aufstieg zum Lake Ngozi. Ca. 1 Stunde sind wir durch einen Bananenwald aufgestiegen. Zum Teil war es dann doch auch sehr steil, so dass man Hilfe brauchte. Oben am Kraterrand angekommen hatte man eine unbeschreibliche Aussicht auf den See. Wie unserer Guide uns erklärt hatte, hatte dieser Kratersee immer den gleichen Wasserstand, egal ob es viel oder wenig regnet. Um den See rankt auch die Sage, dass sich hier die Ahnen zurück- gezogen hätten, bzw. sie lebten dort. Dies ist auch der Grund, warum er erst seit relativ kurzer Zeit besucht werden darf. Früher durfte dort niemand hin, um die Ruhe der Ahnen nicht zu stören. Nach einer Stärkung mit unseren mitgebrachtem Obst und Keksen ging es wieder zurück. Der Abstieg verlief im Grunde genauso unproblematisch wie der Aufstieg und wir sind danach bis zur Ilse - Fuhrmann - Gedenkstelle zurück gelaufen. Auf der Rückfahrt waren wir eigentlich alle ziemlich müde und der Eine und Andere ist dann auch eingenickt. Im Gästehaus angekommen gab es auch erst einmal Mittagessen. Gott sie Dank, ich war schon fast verhungert nach den Strapazen des Tages und zwischenzeitlich war es dann auch schon fast 17h. Mein Gastgeber ist auch schon da und wartet ganz ungeduldig bis er mich mitnehmen kann. Aber erst einmal verabschieden wir uns von allen anderen, die uns während unserem Aufenthalt im Camp/Gästehaus versorgt hatten. Die Tränen standen mir schon ziemlich in den Augen. Aber zum Glück war ich nicht der Einzige. Reinhild und Birgit ging es genau so! Ich weiß, die Afrikaner können das nicht verstehen, wir gelten sogar als schwach in ihren Augen, aber das ist mir egal, ich bin Europäer!

Amon Mwakilomo, mein Gastgeber, wollte unbedingt meine Tasche tragen. Mann war mir das peinlich! Zum Ersten ist meine Tasche sehr schwer und zum Zweiten ist Amon 71 Jahre alt. Auf dem Weg zu seinem Haus hat sich sogar eine Frau angeboten, meine Tasche auf  dem Kopf zu tragen! Oh, wie ist mir das peinlich!! Die erste Zeit im Hause Mwakilomo ist etwas steif. Auch eine Unterhaltung will nicht so richtig in Gang kommen, aber was will man erwarten, zwei unterschiedliche Kulturen prallen aufeinander, es gibt sprachliche Barrieren, wobei ich derjenige bin, der das schlechtere Englisch spricht! Nichts desto trotz sind alle ganz arg lieb zu mir. Ich muss bloß aufpassen, dass ich in meinem Versuch, unproblematisch wie nur möglich zu sein, nicht jemand auf die Füße trete. Ich habe darum gebeten, für mich keine speziellen Mahlzeiten zuzubereiten. Ich habe auch gesagt, ich würde normalerweise nur 1 –2 mal wöchentlich Fleisch essen. Mrs. Mwakilomo war ganz aufgeregt, weil sie nicht weiß wie man Soßen zubereitet. Sie hat wohl gehört, wir Deutsche würden alles in Soße schwimmend essen. Ganz unrichtig ist das ja gar nicht, aber ich möchte keine Extrawürste, ich möchte viel lieber an dem ganz normalen Alltag teilnehmen. Mein Zimmer teile ich mit dem jüngsten Sohn des Hauses, er verbringt seine Ferien zuhause. Maikizedeck ist in Dar Es Salaam auf dem College und macht dort Account-Ausbildung!

 

Pied Bross