Montag, 13. August: Seminar "Freundschaft, Verlobung, Hochzeit", Stadtgang, Singwettbewerb

Waschtag war angesagt im Gästehaus nach dem Frühstück.  Zum Trocknen hängten wir unsere Oberbekleidung in den Pfeifenputzerbaum ( s. Foto), Unterwäsche und Socken mussten  in den Zimmern verbleiben (gespannte Schnüre , Fenstergitter …).Anschließend warteten wir auf den Beginn unserer  Lesson   „ Friendship, engagement and wedding“ , die Rev. Mwakanyelenge, Vorgänger von Rev. Mwakifuna halten sollte. Er war schon frühzeitig eingetroffen, hatte mit uns gefrühstückt – doch dann – warten, warten.... Es gab wohl irgendwelche Probleme mit einem Schlüssel….Irgendwann machten sich Birgit, Volker und ich zu einem Spaziergang durch die unterhalb des Gästehauses liegende Siedlung auf. Wir gingen schmale Wege aufwärts und abwärts zwischen Häusern und Bananenstauden und freuten uns diebisch, ausgebüxt und mal alleine unterwegs sein zu können. Bei unserer Rückkehr trafen wir dieselbe Situation an. Und als das Programm endlich um 12Uhr im Speiseraum startete, nahmen außer uns leider nur noch wenige junge Leute daran teil.

Zu Beginn sangen die Jugendlichen die Geschichte von Josef und Potiphars Frau: der Versuchung widerstehen.

Rev. Mwakanyelenge (er ist verheiratet und hat 8 Kinder), referierte 1 ½ Std.,

nannte viele Bibelstellen, Sam übersetzte ins Englische. Hier ein paar Ausschnitte:

In manchen Stämmen leben Paare unverheiratet zusammen bis die Frau schwanger wird, dann wollen die Eltern der Frau, dass sie heiraten . Der Mann muss der Familie der Frau Geschenke bringen „dona“. Die Kirche sagt, dies sei nicht nötig.

Joh. 11, 3-11,  Joh. 15, 9-15,  Eph. 5, 3 

Die Bibel sagt: kein Sex vor der Ehe.

Übergang zur Verlobung:  beidseitiger Wunsch, gemeinsame Träume,  Rat von Freunden und Eltern,  Gottes Wille erfragen   => Verlobung

Mädchen sagen ihre Liebe indirekt, z.B.  „willst du eine Cola?“  Und sie erwarten, dass der Mann als erster davon spricht. Ist ein Mann schüchtern, kann er einen Freund bitten oder Brief schreiben. ( „Manchmal schnappt dieser „Freund“ dann das Mädchen weg…“)

1. Mose 29,17:  Abraham ist von Saras Schönheit angezogen, doch das allein reicht noch nicht.

Ehe:  wenn du den Ruf hörst, bist du erwachsen,  das heißt aber nicht, dass du dich zur Ehe gezwungen fühlen musst

Eheschließung ist möglich auf  traditionelle Weise

                                                auf christliche Weise

                                            in bürgerlicher Weise

Uneheliche Schwangerschaft:  Früher wurden unehelich geborene Kinder oftmals von der Nachbarschaft umgebracht. Die Kirche sagt: Die Frau muss wissen, dass sie sich mit einer unehel. Schwangerschaft außerhalb der Kirche stellt.

 

Wegen der fortgeschrittenen Zeit nur ganz kurze Diskussion und bedauerlicherweise kein Austausch mehr mit uns über dieses Thema.

 

Mittagessen, wie üblich gab es dazu Cola. Wer sagt hier zu wem: “Willst du eine Cola?“ ????

Nach dem Essen kamen die Direktorin und eine Kollegin der Makaraka-Primary-School vorbei, so konnte Eckhart die Übersetzungen der 3.+4.Klasse von Dornstadt übergeben und weiteres Vorgehen besprechen. Sie zeigten sich an weitergehenden Kontakten sehr interessiert.

In Begleitung von Sam gingen wir derweil aufs Postamt, in eine Drogerie und in Stoffgeschäfte. Dort wurde ich fündig, Sakina von der Jugendgruppe wird mir eine Kitenge nähen. Sie hat ihre Ausbildung im Rahmen des „Nähprojekts“ gemacht und ist jetzt selbständig, hat eine eigene Nähecke an einer der kleinen Geschäftsstraßen .

 

Am späten Nachmittag sollte der Singwettbewerb stattfinden, „a mock competition on singing and Bible knowledge“ genannt. Unter uns herrschte etwas Ratlosigkeit über den Stil unserer Darbietungen, sollte es lustig sein – mock – oder doch nicht so sehr? Mit Bewegung, Tanz, oder …. Wir übten verschiedenes und harrten der Dinge, die da kommen sollten.

Der Wettbewerb fand in der Kirche statt. Mit einem gestrengen und musikalisch kompetenten Schiedsrichter, Rev. Mwakanyelenge – alles war strikt geregelt und ganz ernsthaft durchzuführen ! Wir retteten uns mit „Hallelu,Hallelu,Hallelu“ und „Dona nobis pacem“ über die Runden. Hatten natürlich keine Chance gegen den Jugendchor, der 3mal die Woche übt und eine tolle Tanz-Choreographie ausgearbeitet hatte.

 „Unsere Gäste zeigten uns ihre Art zu singen, nach Noten wie es ihrer Kultur entspricht. Die Männerstimmen bemühten sich, die Töne zu halten (oder so ähnlich) …..“  Wenn der wüsste……Zum Glück ließen wir die Enten nicht tanzen!!

 

Verdientes Abendessen

Edelgard Baumann.