Sonntag, 12. August: Gottesdienste, Besuch Mwakipesile, Seminar "Public health"

Heute Morgen mussten wir besonders früh aufstehen. Um 7h waren wir beim ersten Gottesdienst dabei. Anstatt 1 St. hat der dann auch tatsächlich 2 St. gedauert und der zweite, der dann auch pünktlich um 10h begann, dauerte anstatt 2 dann 3 Stunden. Roman rechnet jetzt schon für wie lange er dann daheim nicht mehr zum Gottesdienst muss, nachdem er jetzt so viel Gottesdiensts abbekommen hat. Zwischen den  Gottesdiensten haben wir gefrüstückt. Schon komisch, beim 1. Service haben wir alle in der Kirche gefroren und beim 2. geschwitzt. Reinhild hatte unter ihrem afrikanischen Kleid eine Hose angezogen und als ich sie dann aufgrund dessen Aische genannt hatte, war sie damit gar nicht einverstanden. Eckhart musste bei beiden Gottesdiensten die Predigt halten. Während des 2. Gottesdienstes wurden wir nochmals vorgestellt und wir haben unsere Grußworte vorgelesen. Meines aus Söflingen war so lang, es hatte bestimmt 15 min gedauert bis jeder einzelne Satz von Sam Mwandemele in Suaheli übersetzt wurde. Zum Mittagessen waren wir dann bei Frau Mwakipesile, der Mutter von Atupokile, eingeladen. Sie ist die Witwe bzw. die Tochter von Dekan Kabikis Vorgänger. Atu hat mal wieder richtig toll ausgesehen, man sieht schon, dass sie aus gutem hause kommt und dass sie wohl relativ wenige finanzielle Probleme haben. Auf dem Rückweg sind wir Jungs über den Markt gelaufen, Roman und Volker wollten ihre Hemden abholen, aber die Knöpfe waren noch nicht angenäht. Später am Tag hat Yusuph die zwei Hemden vom Markt mitgebracht. Wasser war auch noch ein wichtiger Faktor, warum wir auf dem Markt waren. Die Mädels waren währenddessen mit Eckhart bei Pardon in der Kinderkirche. So wie sie es erzählt haben, war das wie alle gottesdienstlichen Veranstaltungen ein sehr eindrückliches Erlebnis.

Bevor wir dann zum Abendessen geladen wurden, hatten wir noch eine Unterrichtsstunde in „Public Health“. Eigentlich ging es um das Thema HIV/Aids. Unsere Reverentin war Ellen Mwandemele, die Frau von Sam. Es war sehr schade, sie hatte ihren Vortrag in Englisch gehalten, so dass unsere gastgebenden Jugendlichen fast nichts verstanden haben. Aber als sie dann etwas verstanden haben, und das Wort Kondom fiel, haben die Mädels ganz verschämt auf den Boden gesehen. So wie es aussieht haben die Leute hier nicht viel Ahnung von diesem Thema, bzw. die Frauen werden von den Männern, laut Ellen Mwandemele,  hier so unter Druck gesetzt, dass sei sich nicht trauen auf die Benutzung von Kondomen zu bestehen.

Nach dem Abendessen hatten Reinhild und ich noch die Gelegenheit, uns lange mit Nimrod zu unterhalten. Er scheint sehr stark daran interessiert  zu sein, an dem Inwent- und Friends-Programm der Faschhochschule  Neu-Ulm teil zu nehmen, von dem ihm Eckhart erzählt hatte. Ausbildung im Krankenhausmanagement, verbunden mit Privatkontakten eines jeden Studenten.  Er ist einer der wenigen, von denen ich den Eindruck habe, er habe Antrieb und auch das Durchsetzungsvermögen, etwas zu bewegen, Ich würde mich wirklich riesig für ihn freuen, wenn er es schaffen würde, in das Programm zu kommen und wenn er ein weiterführendes Studium in Deutschland absolvieren könnte.

Pied Bross